Steigende Inflationsrate - Mut zum bankenwechsel
Die Inflationsrate mindert die
Nettorendite
Kurz- und mittelfristige Geldanlagen sollten in der Regel über
der
Inflationsrate liegen, denn bei Angeboten, deren Verzinsung im Bereich
der
Inflationsrate ist, kann lediglich die Inflationsrate gedeckt werden.
Liegt die
Verzinsung unterhalb der Inflationsrate, verliert das Guthaben unterm
Strich an
Wert. Darüber hinaus sollte die Verzinsung soweit
über der Inflationsrate
liegen, dass nach Abzug der Abgeltungssteuer kein Verlust erzielt wird.
Dies gilt im gleichen Maße für Tagesgeld-Konten,
deren Vorteil in der täglichen
Verfügbarkeit besteht. Deshalb sollten Anleger bei steigender
Inflationsrate und
somit sinkender Nettorendite im besonderen Maße die
Tagesgeld-Zinsen
verschiedener Geldinstitute vergleichen und unter Umständen
den Anbieter
wechseln bzw. ihr Geld umschichten.
Anlagen in Tagesgeld-Konten werden langsam wieder attraktiver
Ende letzten Jahres und zu Beginn diesen Jahres war die Verzinsung von
Tagesgeld-Konten in vielen Fällen dermaßen niedrig,
dass Anleger mit ihren Tagesgeld-Zinsen
lediglich die Inflationsrate abdecken konnten. Zusätzlich
waren die Zinsen für
Leihgeschäfte zwischen den Banken so gering, dass die
Geldinstitute nicht auf
das Geld ihrer Kunden angewiesen waren. Kunden wurden von den
Geldinstituten
lediglich Zinsen unterhalb des Leitzinssatzes bzw. unterhalb des
Euribors (Euro
InterBank Offered Rate) angeboten.
Der Euribor gilt als guter Indikator für die Entwicklung der
Sparzinsen.
Steigen die Euribor-Zinssätze, steigen verzögert auch
die Sparzinsen. Seit
Beginn des Jahres zog der Euribor wieder an, gleichzeitig stieg die
Inflationsrate
gemäß dem Statistischen Bundesamt im Februar auf 2,1
Prozent.
Ein Anzahl von Geldinstituten bietet gegenwärtig wieder eine
Verzinsung an, die
über der Inflationsrate liegt. Laut der unabhängigen
Finanzberatung FMH werden
von vier Banken aktuell Tagesgeld-Zinsen oberhalb der Inflationsrate
(2,15
Prozent) angeboten, der Spitzenreiter liegt sogar bei 2,4 Prozent.
Deshalb empfiehlt die FMH einen regelmäßigen
Vergleich der Zinsangebote und rät
bei zu geringer Verzinsung zur Umschichtung des Geldes oder zum
Banken-Wechsel.
Zum einen spüren laut Max Herbst, Chef der FMH, die
Geldinstitute nur auf diese
Weise die existierende Kundenunzufriedenheit und investieren in die
Kundenbindung. Zum Anderen erzielen Anleger, die öfter ihren
Anbieter wechseln,
bessere Nettorendite.